Es gibt sie, die Laut-Buchstabenverbindungen, die besonders hartnäckig verwechselt werden, z.B. die Plosive, Buchstaben wie <f>und <w>, <s> und <z> und individuell viele andere Kombinationen. Ursache können auditive, aber auch visuelle Verarbeitungsprobleme sein.
Wie aber erarbeite und sichere ich diese Laut-Buchstabenverbindungen?

Die Bereiche der Erarbeitung von Laut-Buchstabenverbindungen
Ich habe immer vier Bereiche im Blick:
- Abhören der Phoneme (Laute)
- Zuordnen des Phonems zum korrekten Graphem (Buchstaben)
- Erlesen der Grapheme und Umwandlung in die passenden Phoneme
- Verschriften der Grapheme
Dabei gehe ich beim Abhören von Anfang an kontrastierend vor. Das Kind muss entscheiden, ob das gehörte Graphem z.B. wie /g/ oder /k/ klingt, ob zwei ähnliche Silben gleich oder unterschiedlich klingen.

Große Unterstützung bieten Handzeichen zu den jeweiligen Phonemen. Auch das Erfühlen des Lautes an der Kehle (/b/, /d/, /g/) können hilfreich sein oder der Luftzug auf dem gestreckten Handrücken (/k/) bzw. eine angezündete Kerze, die bei /k/ beginnt zu flackern.
Einfache Silben aus Konsonant-Vokal sind dabei leichter abzuhören als Silben mit Konsonantenclustern. Auf Wortebene kann ich Pseudowörter verwenden, aber auch Minimalpaare, die den lautlichen Unterschied besonders klar abbilden. Beim Lesen und Verschriften müssen dagegen die Grapheme erst getrennt erarbeitet und gefestigt werden.

Die Erarbeitung erfolgt aufbauend auf mehreren Ebenen:
- Ebene der Phoneme und Grapheme
- Ebene der Silbe
- Wortebene
- Satz- und Textebene
Material und Übungen
Die Graphemebene
Auf der Graphemebene reichen zum Abhören zwei Karten mit den entsprechenden Graphemen. Das Kind zeigt auf die Karte des gehörten Phonems. Wie in der Logopädie werden alle auditiven Übungen mit verdecktem Mund ausgeführt, um ein Ablesen von den Lippen zu vermeiden. Eine weitere schöne Abhörübung lässt sich mit den bildlich dargestellten Minimalpaaren von Minimix gestalten. Die Minimalpaare werden je vorgesprochen, das Kind legt das entsprechende Kärtchen aus. Nach Abschluss der Übung kann das Kind sein Ergebnis mit einem Kontrollstreifen überprüfen. Zu Minimix gibt es ein umfangreiches Erweiterungsset.
Ich kann die Grapheme aber auch ins Heft diktieren oder von einem Arbeitsblatt ablesen lassen. Vorlagen findet man bei Küspert in LeXi 4 (wie Abbildung oben, aber nur mit einem Graphem).

Die Silbenebene
Auch auf der Silbenebene kann man mit einfachen selbsterstellten Karten arbeiten: Klingen zwei Silben gleich oder ungleich? Bei der Software Lautarium gibt es dazu zwei Abbildungen: Zwei Erdbeeren oder zwei verschiedene Früchte. Man kann die Silbenkarten erlesen lassen, nach Gehör verschriften oder abschreiben lassen. Dabei erst ein Graphem erarbeiten und sichern, dann das andere, danach erst wird vermischt. Sind die Grapheme erarbeitet, setze ich die Silbenteppiche des „Variabolus“ ein, z.B. die gemischten Silbenteppiche zu den Plosiven.

Die Wortebene
Hier nutze ich Wortlisten, die ich mit Zabulo erstelle. Die Wörter sollen von einfacher Struktur sein, um sich auf die zu erarbeitenden Grapheme zu konzentrieren. Wörter mit anderen orthografischen Besonderheiten oder Komposita sortiere ich aus. Dann kann ich mit den Wörterlisten Karteikarten drucken, verschiedene Übungen anwählen oder die in Zabulo integrierten kleinen Computerspiele mit meinem Wortmaterial aufrufen, um Lesen oder Schreiben zu trainieren.
Beim Abhören von Wörtern kommen aber zur Kontrastierung wieder Minimalpaare zum Einsatz, die ich den entsprechenden Graphemen zuordnen kann. In der „Mischphase“ sind auch Lese- und Schreibübungen zu den Minimalpaaren möglich.


Die Satz- und Textebene
Bestehen immer noch Unsicherheiten, wenn größere Texteinheiten gelesen werden müssen, dann lasse ich die verwechselungsanfälligen Grapheme in je einer Farbe markieren. Das gibt Sicherheit und steigert die Leseflüssigkeit.
Das gesammelte Übungsmaterial: Graphem-Phonem-Übungen, Silbenkarten, Silbenteppiche, Minimalpaare (Bilder/Schrift), Arbeitsblätter etc. bewahre ich zu je einem Buchstabenpaar in getrennten Boxen auf, damit ich jederzeit darüber verfügen kann.
Ein beliebtes Spiel ist: „Knack den Tresor“, zu dem ich mir passende Kärtchen für die Plosive geschnitten und laminiert habe.

